Manchmal «sehen» wir Dinge, die eigentlich gar nicht da sind. Beim zu schnellen Aufstehen am Morgen sehen zum Beispiel viele erst einmal Sternchen vor dem inneren Auge. Was steckt dahinter?
Sternchen: wenn die Durchblutung schwächelt
«Beim schnellen Aufstehen kann der Blutdruck vorübergehend absinken. Dadurch werden Gehirn und Netzhaut für einen Moment etwas schlechter durchblutet», sagt der Augenarzt Seleman Bedar, ärztlicher Leiter des OSG Augenzentrums Siegburg. Dann sehen wir kurz unscharf, schwarz oder eben kleine Lichtpunkte.
Auch wenn wir uns den Kopf stoßen, können solche Lichtphänomene auftreten. Durch den Stoß können nämlich die lichtempfindlichen Sinneszellen der Netzhaut gereizt werden. Dabei entstehen sogenannte Phosphene - Lichtblitze oder «Sternchen», obwohl eigentlich kein Lichtreiz vorhanden ist. Meist verschwinden diese Eindrücke nach wenigen Sekunden wieder.
Plötzliche Lichtblitze? Es könnte ein Netzhautriss sein
Treten Lichtblitze jedoch plötzlich und ohne äußeren Anlass auf, sollte man aufmerksam werden. «Das kann ein Hinweis darauf sein, dass der Glaskörper an der Netzhaut zieht oder ein Netzhautriss entstanden ist», sagt Seleman Bedar. Dann ist rasche ärztliche Abklärung nötig, auf jeden Fall binnen 24 Stunden. Es kann nämlich eine Netzhautablösung drohen, die unbehandelt zur Erblindung führt.
Typische Warnzeichen sind:
- Die Blitze tauchen nur auf einem Auge auf.
- Betroffene beschreiben das Phänomen oft so, als hätten sie in einen Kamerablitz geschaut.
- Die Lichtblitze können wiederholt über mehrere Sekunden auftreten.
- Manchmal werden die Blitze auch von einem sogenannten «Rußregen» begleitet. Dabei erscheinen viele kleine schwarze Punkte oder Flocken im Sichtfeld, die nach unten zu rieseln scheinen. «Das kann ein Hinweis auf eine Glaskörperblutung bei einem Netzhautriss sein», erklärt Bedar.
Flimmern und Zacken? Womöglich steckt Migräne dahinter
Übrigens kann auch Migräne vorübergehende Sehstörungen verursachen. Bei einer sogenannten Aura sehen Betroffene häufig flimmernde, zackenförmige Linien im Gesichtsfeld - teilweise sogar ohne anschließende Kopfschmerzen. Dann ist von einer Augenmigräne die Rede.







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